Jirikov (Georgswalde)
Jirikov liegt im äußeren Norden der Tschechischen Republik genau unter dem 51. Breitengrad.
Die Stadt erstreckt sich am Ritterbach und am linken Ufer der Spree, die hier die Staatsgrenze bildet. Die deutschen Nachbarstädte sind Ebersbach/Sa. und Neugersdorf. Zwischen Jirikov und Ebersbach besteht ''Kleiner Grenzverkehr'' (nur Fußgänger).
In der Stadt sind zahlreiche Gebäude der Volksbauweise und Kulturdenkmale erhalten. Viel besucht wird die berühmte Marien-Basilika im Ortsteil Filipow.
Geschichtliches:
Der Ort wurde erstmals 1346 in den Meißener Bistumsmatrikeln erwähnt, nachdem er im 13.Jahrhundert von deutschen Kolonisten besiedelt worden war. Ab 1524 verbreitete sich in der Gemeinde der Protestantismus. 1620 zwang Kaiser Ferdinands II. Rekatholisierung die evangelischen Einwohner zum Auswandern in die benachbarten Orte der Oberlausitz.
Schon frühzeitig wurde Leinenweberei in dem Bauerndorf betrieben. Mit der Baumwoll- und Holzwarenfabrikation im 19. Jahrhundert begann die Entwicklung zu einem der bedeutendsten Industrieorte Böhmens. Durch die Lage an der Grenze ließen sich andere Industriezweige ausländischer Firmen nieder, wie Eisengießerei, Maschinen- und Klavierbau. Vor allem wegen seines wirtschaftlichen Aufstiegs erhob Kaiser Franz Joseph I. 1914 den Marktflecken zur Stadt.
Auf die Zerschlagung der Tschechoslowakei in den Jahren 1938/39 und das reichsdeutsche Regime folgte nach der Befreiung 1945 die Aussiedelung der deutschen Einwohner.
Jirikov heute:
Nach den politischen und ökonomischen Veränderungen 1989/90 erloschen manche Betriebe oder wandelten sich in andere Firmen um. Neue mittelständische Unternehmen in den wichtigsten Branchen des Handwerks, der Dienstleistungen und des Handels entstanden. Das gesellschaftliche Leben wird wesentlich von verschiedenen Sektionen der zwei Sportvereine sowie der Freiwilligen Feuerwehr getragen. Kulturelle Höhepunkte bilden das traditionelle Filipover Kirmesfest, Konzerte in der Basilika und der altböhmische Jahrmarkt.
Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich das Stadtbild mit vielen Gärten und Grünflächen aufgelockert.


